16. Soll ein Unternehmer oder Manager Aufgaben aus dem Tagesgeschäft übernehmen?
In einigen Fällen, vor allem in kleineren Unternehmen, übernehmen Manager auch Sachaufgaben. Dabei handelt es sich in der Regel um Aufgaben aus dem betrieblichen Alltag, wie Verkauf, Einkauf oder Produktion. Wenn dann besondere Ereignisse eintreten, liegt der Betrieb lahm. Beispielsweise kommt es vor, dass ein Großkunde Insolvenz anmeldet, das Unternehmen ist davon getroffen, der Unternehmer verhandelt nun laufend mit Banken und es bleibt keine Zeit für das Tagesgeschäft. Daher gelten folgende Regeln: erstens darf ein Manager Aufgaben aus dem Tagesgeschäft nur so weit wahrnehmen, dass ausreichend Zeit bleibt, um die wesentlichen Aufgaben im Management zu erfüllen. Zweitens: für jede Aufgabe aus dem Tagesgeschäft sollte es einen Stellvertreter geben, damit dieser im Notfall einspringen kann.
17. Warum muss man bei wachsenden Unternehmen besonders viel delegieren?
Wenn Unternehmen wachsen, steigt die Komplexität und die Menge der Aufgaben für das Management steigt überproportional an. Wer hier nicht bestehende Aufgaben delegiert, nimmt immer mehr Arbeit auf sich bis es dann einmal nicht mehr geht. Im Zuge einer Überlastung werden die wichtigen Aufgaben übersehen und es entsteht dem Unternehmen ein Schaden.
18. Wie viele Aufgaben soll ein Manager selbst durchführen? Welche?
Jedenfalls sollte sich ein Manager auf Weniges, und zwar das Wesentliche konzentrieren. Welche Aufgaben das sind, hängt vom Unternehmen, der Funktion und der Situation ab.
19. Welche 3 Fragen helfen, sich von Aufgaben zu entlasten?
Die erste Frage: „Wer kann das machen- zumindest auf Sicht“ (eventuell: „Was passiert, wenn diese Person das falsch macht“).
Die zweite Frage ist: „Was passiert, wenn das niemand mehr macht“ (kurzfristig oder auch langfristig?).
Daraus ergibt sich die dritte und entscheidende Frage: „Welche Aufgaben sollte ich nicht mehr durchführen?“ Hier muss sich der Manager ein Ziel setzen, mit Umsetzungsplan und systematischer Selbstkontrolle.
20. Wie wichtig ist im Management der Umgang mit Mitarbeitern?
Der Umgang mit Mitarbeitern, oft als “Führung” bezeichnet, ist eine wichtige Aufgabe, jedoch nur eine von vielen. Management darf nicht „psychologisiert“, also ausschließlich als Kunst der Menschenführung verstanden werden, wie es einige einschlägige Berater versuchen.
21. Wie organisiert ein Manager seine eigene Arbeit, um glaubhaft zu wirken?
Will ein Manager glaubhaft sein, muss er sicherstellen, dass alle wissen, dass offene Punkte nicht vergessen werden. Deshalb sind ein Kalender und ein wasserdichtes System zur Wiedervorlage erforderlich. Gute Manager gehen offenen Punkten ständig nach.
22. Wie viel sollte ein Manager repräsentieren?
Das hängt von der Art seines Geschäfts ab. In den meisten Fällen ist es nützlich, im Lauf der Jahre ein Netzwerk an Kontakten aufzubauen, damit man später einmal weiss, wen man fragen kann.
23. Wie viel PR ist sinnvoll?
Wenn die PR ein Schlüssel- Erfolgsfaktor ist, wird sich der gekonnte Umgang mit den Medien kaum vermeiden lassen. PR braucht klare Ziele und ist auf den Nutzen des Unternehmens zu fokussieren. Gelegentlich werden zu Recht Maßnahmen getroffen, um zu verhindern, dass ein Manager auf Kosten der Firma mit persönlicher PR seinen persönlichen Marktwert steigert, um bei der Verhandlung für die Verlängerung seines Vertrags eine starke Position zu haben. Eitelkeit sollte auf keinen Fall das Primärmotiv für PR sein, und erst recht sollte man sich nicht von den Erfolgsgeschichten blenden lassen, die von der eigenen PR in die Medien gebracht wurden.
24. Muss ein Manager immer als „Strahlemann“ wirken?
Dieser Punkt wird von Autoren und Beratern häufig übertrieben und gilt eher für Manager großer Konzerne, die nur hin und wieder Kontakt zu Mitarbeitern haben. Ist hingegen ein Manager oder Unternehmer dauernd in Kontakt zu seinen Mitarbeitern, kommt es auf die täglichen Entscheidungen, auf seine Glaubwürdigkeit und Inhalte im Alltag an, weniger auf dynamischen Gang, modische Kleidung und strahlendes Lächeln. Natürlich sollte ein Manager nicht durch sein Äußeres eine Geisteshaltung kommunizieren, die im Widerspruch zur Zielsetzung des Unternehmens steht.
25. Wie wichtig ist positives Denken? Wie kann man sich selbst dazu erziehen?
Ein Manager soll positiv an die Dinge herangehen, bis zu einem gewissen Grad muss er sogar positiv denken, bei Problemen Zuversicht ausstrahlen und nicht zu viel vor seinen Mitarbeitern jammern. Natürlich ist hier nicht eine Art weltfremder Optimismus gefragt, eher eine authentische Haltung „Wir schaffen das“. Jesus hat Petrus als Oberhaupt der Kirche eingesetzt mit den Worten: „Du bist Petrus, das ist der Fels, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen…“. Zu positivem Denken erzieht sich ein Manager, indem er auf seine innere Stimme achtet, wenn Veränderungen, eigene Gedanken oder Ideen von Mitarbeitern beurteilen werden. Hier sollte der erste Gedanke „Warum nicht?“ im Sinne von „ja, warum sollten wir das denn nicht machen“ sein, und nicht „Warum nicht?“ im Sinne von „das geht sicher nicht“.
26. Welche 3 Unternehmensziele sollte ein Unternehmen verfolgen?
Ertrag, Liquidität und Stabilität. Letzteres wird oft vergessen, dazu gehören auch Innovationen.
27. Warum sind Innovationen für die Stabilität eines Unternehmens zwingend erforderlich?
Im Umfeld von Unternehmen finden technische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen statt. Daher ändern sich die Bedürfnisse der Kunden und die Struktur der Märkte, Produkte unterliegen einem Lebenszyklus. Dies bedeutet aber nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen, gute Geschäftsmöglichkeiten zu finden. Ein treffender Vergleich zeigt Märkte mit ihrem Lebenszyklen als eine lange Rolltreppe, die bergab führt, und vergleicht Unternehmen mit Personen, die auf dieser Rolltreppe in die Gegenrichtung bergauf laufen. Wer stehen bleibt, fällt zurück, wer aber rascher ist als der Markt, kommt immer weiter voran.
28. Worauf ist bei einer Änderung der Strategie zu achten?
Durch Änderungen des Umfelds, im Betrieb oder durch Wahrnehmung von Chancen wird es erforderlich, die Strategie des Unternehmens zu modifizieren. Dabei ändern sich jedoch auch die Erfordernisse an die Organisation und die Qualifikationen der Mitarbeiter. Daher sind einerseits Maßnahmen zur Qualifikation sinnvoll- andererseits müssen oft Kompetenzen und Verantwortungen neu verteilt werden. Das erfordert taktisch kluges Vorgehen und vorbereitete Kommunikation, da betroffene Mitarbeiter sich ungerecht behandelt fühlen, wenn sie zu den Besten gehörten und ihre Ziele stets erreicht haben.
29. Wie kann ein Manager Mitbewerber und Märkte beobachten?
Durch das Internet bietet sich Unternehmen die Chance, ohne großen Aufwand die Angebote anderer zu beobachten und das eigene Angebot anzupassen. Im Internet findet man zwar meist nur Standardpreise, dafür aber viele Informationen über das Sortiment der Mitbewerber und die dazu passenden Argumente. Ein Manager sollte daher die Homepages der wichtigsten Mitbewerber kennen und periodisch auf Änderungen durchsehen (lassen), um Tendenzen im Angebot anderer frühzeitig zu erkennen. Besonders interessant ist das Angebot von besonders erfolgreichen oder besonders schnell wachsenden Unternehmen im In- oder Ausland, die mit dem eigenen vergleichbar sind. Was machen die anders?
30. Braucht ein Manager Kundenkontakt?
Langfristig wahrscheinlich schon: wer abseits vom Geschehen ist und bleibt, verliert das Gespür für Entwicklungen. Das betrifft Nähe zu Kunden und Mitarbeitern, aber auch für die Entwicklung von Ländern.
31. Muss ein Manager Zahlen kennen und sich mit Controlling befassen?
Ein Manager muss kein Controlling- Fachmann sein, aber in jeder Position ist es sinnvoll, die Grundlagen der Betriebswirtschaft zu kennen. Zahlen bilden schließlich tatsächliche Gegebenheiten ab und auch Ergebnisse werden letztlich in Zahlen gemessen. Ein Manager, der sich zumindest halbwegs mit Zahlen auskennt, kann die Konsequenzen seiner Entscheidungen besser vorhersehen.
32. Für welche Kennzahlen soll ein Manager verantwortlich sein?
Auf jeden Fall für jene Kennzahlen, die den Erfolg in seinem Verantwortungsbereich zeigen. Dazu gehören auch zwei Kennzahlen, die die Personalsituation betreffen: zum einen den „Head Count“ also die Anzahl Personen pro Leistungseinheit, zum anderen die Personalkosten. Dabei sind Teilzeitkräfte auf Vollzeit umzurechnen, Leihpersonal und Outsourcing entsprechend zu berücksichtigen. Nur wenn diese Kennzahlen laufend erhoben werden, ist es möglich, sofortige Anpassungen vorzunehmen. Basis für die Anpassungen ist nicht der Output der letzten Periode, sondern der geplante Output oder der Auftragsstand, der ja die Periode nach der Anpassung betrifft.
33. Wie entsteht ein „informeller Führer“ und wie geht man als Manager vor?
In Gruppen bestehen vor allem drei Bedürfnisse: nach Expertenwissen, nach emotionaler Führung und nach Strukturierung. Wenn eine Führungskraft einen dieser Faktoren vernachlässigt, bildet sich auf dieser Ebene ein informeller Führer. Die Lösung besteht nicht darin, den informellen Führer zu bekämpfen oder vor der Gruppe als „Machtstreber“ bloßzustellen. Nicht der informelle Führer ist das Problem, sondern das unbefriedigte Gruppenbedürfnis, das er vertritt. Daher ist dieses Defizit zu beseitigen, sei es selbst oder durch die Beiziehung anderer.