Eröffnung eines Bankkontos und Umgang mit Banken

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    Der Umgang mit Banken entwickelte sich zur grossen Herausforderung im Rahmen der Internationalisierung.

    Für Anbieter von Infrastrukturen (z. B. Strom, Wasser, Telekommunikation) gilt der Regel Kontrahierungszwang: sie sind gesetzlich verpflichtet, mit allen Personen und Unternehmen, die bereit sind, die allgemeinen Bedingungen zu akzeptieren und die Gebühren zu zahlen, einen Vertrag abzuschließen. Obwohl ein Bankkonto für Unternehmen und auch für Privatpersonen eine notwendige Infrastruktur ist, legen die meisten Regierungen den Banken keine solche Verpflichtung auf.
    Nationale Regierungen und internationale Gremien gewähren Banklizenzen und regeln den Sektor. Sie entscheiden über die Geldwäschegesetzgebung, sie installieren Finanzaufsichtsbehörden und etablieren Verfahren zur Meldung von verdächtigen Transaktionen. Dabei folgt die offizielle Struktur vieler nationaler Regulierungsbehörden demokratischen Grundsätzen (Trennung von Gesetzgebung, Vollstreckung und Gerichtsbarkeit), aber sie können eine de facto Macht ausüben, die sonst nur in Diktaturen zu finden ist.
    Auch in reglementierten Berufen kann die Akzeptanz von Vermögenswerten als Straftat angesehen werden, wenn die Person nicht nachweisen kann, dass sowohl systematisch als auch im konkreten Fall eine Standard-Compliance durchgeführt wurde. Infolgedessen ist es verständlich, dass Management und Mitarbeiter auf Compliance achten, um Risiken zu vermeiden.
    Um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein, sind folgende Schritte wichtig:

    1. Wissen, wie Banken reguliert sind:

    • Finanzmarktbehörden veröffentlichen auf ihren Webseiten die Vorschriften in ihren Ländern. Es ist sinnvoll, diese minimalen nationalen Anforderungen an Compliance zu kennen und die Dokumentation vorzubereiten, bevor Kontakt zu einem regulierten Finanzinstitut aufgenommen wird.
    • Finanzinstitute müssen zusätzliche Anforderungen für Fälle festlegen, wo die Risikobewertung ein höheres Risiko aufweist. Es ist nicht schlecht, nach diesen Anforderungen zu fragen und auch diese Dokumentation vorzubereiten.
    • Portfolio-Management ist eine Kernkompetenz der Banken. Es wird verwendet, um Kreditportfolios in Kategorien aufzuteilen und sie regelmäßig zu überwachen. Die Banken nutzen das Konzept des Portfoliomanagements auch im Bereich der Geldwäsche-Prävention und definieren Risikoklassen. Die aktuelle Bereitschaft für ein bestimmtes Risiko hängt vom aktuellen Portfolio und von der Art der Anfragen anderer Kunden ab. Manchmal ist es möglich, informelle Informationen über die Situation zu erhalten.

    2. Wissen über die internen Prozesse zur Geldwäschebekämpfung:

    • Die meisten Finanzinstitute haben einmal jährlich ein internes Seminar. Die Präsentation hat einen aggressiven Stil und fordert bedingungsloses Handeln. Oft wird eine spätere Prüfung durch eine interne Compliance-Abteilung angekündigt.
    • Sobald die Leute retour im Büro sind, macht sich der Abteilungsleiter Sorgen und bittet die Mitarbeiter, sicherzustellen, dass alle Formalitäten erfüllt werden. Also beginnen diese, die Akten zu überprüfen.
    • Daraufhin kontaktieren die Mitarbeiter Kunden und bitten sie, ihre Informationen zu aktualisieren und zusätzliche Unterlagen für einige normale und für einige außerordentliche Zahlungen zu machen.
    • Wenn der Bank zusätzlich eine Inspektion durch Finanzmarktaufsicht angekündigt wurde oder wenn einige kritische Fälle aufgetaucht sind, geraten das Management und die Mitarbeiter unter Druck, und in solchen Situationen sind sie schnell offen für Empfehlungen aus der Compliance-Abteilung, einige Kundenbeziehungen zu beenden.
    • Wenn die Inspektionen vorbei sind, gerät das tägliche Geschäft in den Fokus des Interesses. Vor dem Ende des Berichtszeitraums ändert das Management den Fokus auf die Profitabilität und erkennt, dass die Bank wieder neue Kunden braucht.

    3. Vorbereitung von Dokumenten, die Sie trotzdem benötigen:

    • Identifikationsunterlagen
      • Pass oder Personalausweis/ID (Original oder notariell beglaubigt mit Apostille)
      • Nachweis der Adresse (Rechnung eines Versorgungsunternehmens)
      • Bankreferenz (in Ländern mit UK-System)
      • Bei Unternehmen: Auszug aus dem Handelsregister, Statuten (notariell beglaubigt, Apostille, manchmal übersetzt)
    • Kundenprofil:
      • Information über den Kunden einschließlich Manager, Gesellschafter und wirtschaftlicher Eigentümer (Lebenslauf, Ausbildung, aktuelle Aktivitäten, Quelle der Mittel)
      • Information über das Unternehmen: Zweck, Regionen der Zahlungen, die wichtigsten bestehenden Kunden, die wichtigsten bestehenden Lieferanten, Bilanzen, ehemalige Kontoauszüge
      • Informationen über geplante Aktivitäten eines neuen Unternehmens: Zweck, Größe und Hauptregionen eingehender und ausgehender Zahlungen
    • Schätzung der Ergebnisse der Risikobewertung
    • Regelmäßige Aktualisierung der Informationen
    • Dokumentation für alle Zahlungen größer als der im Kundenprofil erwähnte Umfang
    • Was auch immer eingereicht wird, die Compliance-Abteilungen werden die Dateien überprüfen und um weitere Informationen bitten. Sie müssen belegen, dass die Einhaltung sorgfältig erfolgt.

    4. Stellen Sie sicher, dass Zahlungen in das typische Muster der Branche passen:

    • Beispiel: Normalerweise bitten Consultants um Vorauszahlung und senden häufig kleine Rechnungen. Berater wissen nämlich, dass kleine Rechnungen schnell bezahlt werden und auch das Commitment der Kunden erhöhen, und sie erzeugen einen permanenten Cashflow zur Finanzierung der Ausgaben (manchmal gibt es auch einen großen Bonus am Ende). Banken haben viele Consultants als Kunden und sie sehen deren Zahlungsmuster. Wenn der Zahlungsstrom eines Beratungsprojekts nicht zum üblichen Muster passt, wird es automatisch eine interne Diskussion geben.
    • Bedenken Sie: die Verwaltungskosten einer zusätzlichen Rechnung plus der Zahlung sind geringer als der Preis einer Vorspeise in einem Restaurant, aber die Kosten für die Suche nach einer neuen Bank sind recht hoch.

    5. Diversifikation: Ist ein Bankkonto wirklich ausreichend?

    • Öffnen Sie ein zweites Bankkonto in einem anderen Land, eventuell ein drittes
    • Verwenden Sie beide, also gibt es Historie
    • Wenn Sie einen gewinnbringenden Handel haben, können Sie eingehende und ausgehende Zahlungen auf zwei Konten aufteilen, das trägt dazu bei, die vollständigen Transaktionen vertraulich zu halten: Der Banker, der die Zahlungen an Kunden sieht, kann nicht in der Lage sein, Quellen und Preise der Einkäufe zu sehen.